Gut informiert älter werden.
00:00:00: Einen Hund hat man zum Liebhaben, zum Streicheln und Wohlfühlen.
00:00:03: Vielleicht noch als Mitjogger!
00:00:05: Doch viele Hunde arbeiten für Jäger und Hirten – beschützen Hab-und-Gut, schnüffeln für den Zoll oder retten Menschen.
00:00:11: Und dann gibt es die Hunde, die durch ihre Anwesenheit das Leben beeinträchtigter Menschen um ein Vielfaches einfacher machen.
00:00:26: Hilfreiche Hunde Sie waren vor Anfällen öffnen Türen und führen durch die Stadt.
00:00:31: Assistenzhunde sind für Ihre Menschen eine echte Hilfe.
00:00:34: Ein Artikel von Sabina Steiger
00:00:39: Hündin Duffy hat einen verantwortungsvollen Job. Sie führt Klaus Hermann Klostermann durch Köln, wenn der Sechsundsiebzig-Jährige zum Führhund Geschirr greift, leitet Duffy ihn über Straßen und Bürgersteige vorbei an Gullideckeln und Hundehaufen, Treppen hinauf und hinab – sogar in die Straßenbahn!
00:00:54: Denn Klostermann ist mit nur noch fünf Prozent Sehvermögen fast blind.
00:00:59: "Der Hund hat meine Mobilität sehr sicher gemacht", sagt er.
00:01:01:
00:01:02: "Als Blinder kann ich natürlich auch mit dem Stock gehen, aber der zeigt mir zum Beispiel keine Höhenhindernisse an."
00:01:08: Duffy dagegen stellt sich quer, wenn Stufen beginnen und zeigt auch deren Ende an.
00:01:12: Mit sechzig Jahren erblindete Klostermann als Folge von Diabetes.
00:01:17: Damals wandte er sich an Hundetrainer Erik Kersting, der dann Klostermanns ersten Hund Peanut speziell für seine Bedürfnisse trainierte.
00:01:25: Peanut war nicht nur Blindenführhund sondern roch auch, wenn Klosterman unterzuckert war.
00:01:31: "Bei Unterzucker bekam ich einen Stupser", erzählt er.
00:01:35: Die Ausbildung ist teuer!
00:01:37: Die Ausbildung eines Assistenzhundes dauert bis zu zweieinhalb Jahre – das geht in zwei Varianten.
00:01:43: Der Hund lebt beim Trainer und bekommt regelmäßig Besuch vom zukünftigen Halter oder er lebt bei diesem.
00:01:49: Dann absolvieren beide zusammen die Trainingsstunden.
00:01:52: "Das ist zum Beispiel bei Epilepsiewarnhunden sinnvoll, weil schon der Welpe die Veränderungen erleben muss, die beim Menschen einen Anfall ankündigen", erklärt Trainer Kersting.
00:02:03: Die Ausbildung ist nicht billig, sie kann bis zu 35 000 Euro kosten.
00:02:08: Die Krankenversicherung zahlt nur im Falle eines Blindenführhundes.
00:02:12: Kerstin hat deshalb schon vor Jahren einen Förderverein gegründet der Spenden sammelt – damit auch Menschen im Rollstuhl oder mit chronischen Erkrankungen einen Assistenzhund bekommen können.
00:02:22: Wichtig ist vorab immer die Beratung!
00:02:24: "Wir klären dann im Gespräch ob ein Hund wirklich die Hilfe ist, die der Mensch braucht."
00:02:29: Wer mit seinem Assistenzhund am Ende der Ausbildung eine Prüfung abgelegt hat, darf ihn überall mitnehmen –
00:02:35: auch in Arztpraxen, Krankenhäuser oder Museen.
00:02:38: Doch die Prüfungen dürfen seit Juli 2023 nur zertifizierte Ausbildungsstätten durchführen. Das Dilemma: Diese gibt es bis heute nicht, da der Gesetzgeber den Rahmen unklar gelassen hat.
00:02:50: Aber er arbeitet daran!
00:02:52: Im Rahmen der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) könne im Herbst der Gesetzentwurf vom Bundestag verabschiedet werden.
00:03:01: Hunde helfen auch im Alter.
00:03:03: Weniger hoch sind die Hürden bei ESA-Hunden – ESA steht für Emotional Support Animal, also ein Tier das emotional unterstützt.
00:03:11: Die Ausbildung ist kürzer und kostet bis fünftausend Euro.
00:03:15: Deshalb ist so ein ESA-Hund auch für ältere Menschen interessant, die nicht mehr so viel Zeit und Geld investieren wollen, meint Hundetrainerin Alexandra Schemm.
00:03:24: Diese Hunde werden zum Beispiel auch bei Demenz eingesetzt.
00:03:27: Der erste ESA-Hund, den sie in Köln trainiert hat, war Golden Retriever Enzo.
00:03:32: Seine Halterin, die 72-jährige Monika Müller, Name geändert, bekam vor zwei Jahren die Diagnose Parkinson.
00:03:38: Müller fürchtete, ihren Hund krankheitsbedingt irgendwann abgeben zu müssen.
00:03:42: Doch dann erfuhr sie, dass sie Enzo sogar für sich einsetzen kann.
00:03:46: Für die Ausbildung musste sie – wie beim Assistenz-Hund – ein ärztliches Attest vorlegen und am Ende mit Enzo eine Prüfung machen.
00:03:54: Unbeschränkte Zugangsrechte hat er allerdings nicht – immerhin darf er im Flugzeug zu Müller in die Kabine.
00:04:00: Vor allem aber gibt der Hund ihr Sicherheit, indem er sich draußen schützend vor sie stellt und ihr zu Hause aus dem Sessel hilft.
00:04:07: "Wenn ich Schwierigkeiten mit dem Aufstehen habe, kann ich mich an ihm festhalten", sagt sie dankbar."
00:04:11:
00:04:13: Assistenzhunde für alle Fälle.
00:04:16: LPF-Assistenz-Hunde, Hunde mit lebenspraktischen Fähigkeiten, unterstützen Menschen, die sich mit Rollstuhl oder Gehhilfen fortbewegen.
00:04:23: Unter anderem öffnen und schließen sie Türen und Schubladen, helfen beim An- und Ausziehen und heben Gegenstände vom Boden auf.
00:04:31: Sie können selbst empfindliche Gegenstände wie Brillen und EC-Karten bringen und die Waschmaschine ein- und ausräumen.
00:04:37: Im Supermarkt holen Sie die gewünschten Artikel aus den Regalen und übergeben dem Kassierer die Geldbörse aus der Tasche am Rollstuhl.
00:04:45: Mobilitätsassistenzhunde helfen Menschen, die zwar ohne Hilfsmittel gehen können aber unsicher sind – sie verbessern während des Gehens die Standfestigkeit und das Gleichgewicht.
00:04:55: Sie helfen beim Treppensteigen und beim Aufstehen von Stühlen.
00:04:59: Zusätzlich können Sie bei Bedarf Aufgaben wie die LPF-Assistenz-Hunde erlernen.
00:05:04: PTBS-Assistenzhunde helfen Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung kurz PTBS.
00:05:10: Sie können in dunklen Räumen das Licht anschalten, ihre Besitzer durch Menschenmengen führen, sie bei Panikattacken zum Ausgang des Geschäfts bringen und an die Medikamenteneinnahme erinnern.
00:05:21: Signalhunde zeigen Gehörlosen an, wenn die Klingel – das Telefon oder der Wecker läutet, Küchentimer und Rauchmelder schrillen oder das Baby schreit.
00:05:29: Warnhunde gibt es für verschiedene Erkrankungen: Epilepsie, Schlaganfall, Diabetes oder Narkolepsy.
00:05:36: Sie erkennen einen drohenden Anfall oder Unter- oder Überzuckerung, warnen und können Hilfe holen, wenn der Mensch ins Koma fällt.
00:05:39:
00:05:43: Weitere Informationen dazu ILE Fördervereins Servicehunde für Menschen mit Behinderungen.
00:05:49: Erik Kersting, Neu Fringshaus 1, in 52159 Roetgen.
00:05:54: Telefonnummer: 02471 / 92 10-80
00:06:26: www.canis-familiares.de.
00:06:29: Kölner Hunde Coaching-Institut, Britta Brovot, Unter den Birken 207e, 50996 Köln,Tel. 0172 / 258 08 55www.koelnerhunde.coach
00:07:07: Suchen Sie weitere Beiträge zum Thema, dann tragen sie in die Suche "Hund" oder "Tier" ein.
00:07:12: Weitere Artikel werden Ihnen vorgeschlagen.
00:07:16: Sie sind neugierig auf weitere Artikel von KölnerLeben geworden?
00:07:19: Dann gehen Sie über den Menüpunkt "Service" auf "Heft lesen und hören".
00:07:23: Auf der Seite finden Sie das aktuelle Heft und im Archiv die Hefte der letzten zehn Jahre.
00:07:29: Übrigens, dort können Sie sich das aktuelle Heft und die Hefte des letzten Jahres auch komplett vorlesen lassen.
00:07:35: Probieren Sie es doch mal aus!