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E-Bike-Kurse: mit Können in die Kurve

Roland Meurer, 30.07.2025, aktualisiert · 22.03.2026

E‑Bike‑Training – immer mehr Menschen steigen auf ein Rad mit Motorunterstützung um. Doch diese sind anders zu fahren als herkömmliche Räder. In diesem KölnerLeben‑Artikel bekommen Sie die wichtigsten Tipps für sicheres E‑Bike‑Fahren.

Mit Können in die Kurve – wie besondere Trainings E‑Bike‑Fahrern mehr Sicherheit verschaffen. Ein Artikel von Roland Meurer.

Der Helm sitzt, Sattel- und Lenkerhöhe am E‑Bike sind eingestellt, die Reifen aufgepumpt, die Klingel funktioniert. Jetzt heißt es: ab auf den Sattel und los geht die Fahrt. Doch beim Radfahren mit elektrischer Trittunterstützung sind im Vergleich zum gewöhnlichen Radeln ohne Motor einige Dinge zu beachten, denn E‑Bikes sind nicht nur schneller als normale Fahrräder, sondern meist auch deutlich schwerer. Bereits das Aufsteigen bereitet manchen Anfängern Probleme. Enge Kurven werden oft zum Hindernis, plötzliche Bremsmanöver zu einem unerwünschten Erlebnis.

Seit einem Jahr ist Martina mit ihrem E‑Bike unterwegs. Vor engen Kurven steige sie immer ab, sagt sie: „Da bin ich mir zu unsicher.“ Um mehr Fahrsicherheit zu erlangen und die richtige Technik und Körperhaltung zu erlernen, nimmt sie an einem speziellen Trainingskurs des ADAC Nordrhein teil. Das Angebot richtet sich an Neulinge, Wiedereinsteiger und alle, die durch das Training mehr Routine und Sicherheit auf ihrem neuen Zweirad gewinnen wollen.

Mit Martina sind an diesem Tag neun weitere Teilnehmende im Alter zwischen 47 und 74 Jahren mit ihren Rädern zum Gelände der Jugendverkehrsschule an der Neusser Straße nach Nippes gekommen. Jürgen Lindler leitet den Basiskurs auf dem Übungsplatz. Die meisten wünschen sich Hilfestellungen beim Auf- und Absteigen, beim Anfahren, Bremsen und Ausweichen sowie beim Verhalten in heiklen Verkehrssituationen.

Generell ist der sichere Umgang mit Elektrorädern im Straßenverkehr von größter Bedeutung. Zwar weist die Verkehrsunfallstatistik der Kölner Polizei für das Kölner Stadtgebiet 2024 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Verkehrsunfälle mit E‑Bike‑Fahrerinnen und ‑Fahrern um 4,9 Prozent aus. Doch insgesamt steigt mit dem Zuwachs an E‑Bikes auch die Zahl der Unfälle, in die sie verwickelt sind.

Enge Kurven meistern: Auch Claudia will den Umgang mit ihrem neu angeschafften E‑Bike lernen und erfahren, wie man langsam durch enge Kurven fährt. Seit Jahren bewegt sie sich mit ihrem Mann Horst schon elektrisch im Stadtverkehr, auf Ausflügen in der Region oder im Urlaub an der Nord- und Ostsee. Auch wenn das Rentnerehepaar bereits viel Erfahrung hat, die fachliche Beratung des Profis sei für sie wichtig. Horst interessiert sich besonders fürs Auf- und Absteigen und fürs Bremsen.

Richtig bremsen, sagt Fahrtrainer Jürgen Lindler, sei die Königsdisziplin beim E‑Bike‑Fahren. Deshalb komme die anspruchsvolle Übung zum Schluss des dreistündigen Kurses.

Mit Schwung geht es besser: Beim Anfahren sei es wichtig, möglichst schnell Schwung zu bekommen, um das Fahrrad beim Rollen zu stabilisieren. Er rät zu einem niedrigen Gang und einer niedrigen Unterstützungsstufe, beispielsweise dem Eco‑Modus. Um nicht zu schnell zu starten, können die beiden Handbremsen am Lenker genutzt werden, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren.

Bei den meisten Modellen wird mit dem rechten Bremshebel das Hinterrad abgebremst, mit dem linken das Vorderrad, erklärt Lindler. Eine Rücktrittbremse ist bei E‑Bikes eher die Ausnahme – eine Tatsache, an die sich Teilnehmer Stefan nur schwer gewöhnen kann. Nur mit den Händen zu bremsen falle ihm schwer, sagt er. Ihm fehlt dabei ein gewisses Sicherheitsgefühl. Beim Anfahren habe er Angst, nicht bremsen zu können. Deshalb sollten die Finger immer auf den Bremshebeln liegen, rät Lindler.

Beim eigentlichen Bremsvorgang empfiehlt er, zunächst mit dem Hinterrad zu bremsen, um dann mit Gefühl die Vorderradbremse hinzuzunehmen. Aufgrund der Gewichtsverteilung, die sich beim Bremsen nach vorne verlagert, entfalte die Vorderradbremse eine höhere Bremswirkung als die Hinterradbremse, erklärt er.

Bremsen ohne Angst: Ob nun richtiges Bremsen, Slalomfahren, enges Wenden oder das Fahren in einer engen Spurgasse – Lindler macht jede Übung vor und erklärt, worauf man achten sollte. Nach jedem Hindernis erhalten die Teilnehmenden eine Rückmeldung: Was war gut, was ist noch verbesserungsbedürftig? Besonders bei engen Kurvenfahrten sei die Blickführung das A und O, sagt Lindler. Beim Einfahren in die Kurve geht der Blick in Richtung Kurvenausgang, nicht mehr nach vorne, erklärt er. Dazu muss man sich durchaus überwinden. Am Ende des Kurses ist das für alle kein Problem mehr.

Einige Begriffserklärungen dazu:

Das E‑Bike – Überbegriff für Fahrräder mit elektrischer Motorenunterstützung. Streng genommen geht es um bis zu 25 Stundenkilometer schnelle Räder, bei denen man nicht mittreten muss.

Das Pedelec – ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor bis 25 Stundenkilometer, bei dem man mittreten muss, andernfalls unterstützt der Motor nicht. Pedelecs sind die gängigsten Fahrräder mit Motor.

Das S‑Pedelec – ein Fahrrad mit Elektromotor bis 45 Stundenkilometer. Die Zulassung als Moped mit Kennzeichen und Versicherung ist erforderlich.

Weitere Informationen dazu:

Pedelec‑Kurse des ADAC Nordrhein:

Die nächsten Termine sind Samstag, 19. Juli, 11 bis 14 Uhr, und Samstag, 16. August, 11 bis 14 Uhr, jeweils an der Jugendverkehrsschule Neusser Straße 164. Das eigene Pedelec oder E‑Bike, festes Schuhwerk und ein Helm müssen mitgebracht werden. Die Kosten liegen bei 29 Euro. Anmeldung erforderlich unter Telefon 0221 472 7626 oder per Mail an vku@nrh.adac.de.

Fahrradkurse der Stadt Köln für Senioren:

Die Termine: 4. bis 8. Mai und 18. bis 22. Mai, täglich montags bis freitags, 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Jugendverkehrsschule an der Neusser Straße 164. Kostenlos. Verbindliche Anmeldung beim Amt für Verkehrsmanagement, Sabine Bongenberg, telefonisch zu erreichen unter 0221 221 27816 oder per E‑Mail an sabine.bongenberg@stadt-koeln.de.

Kostenlose Helmberatung der Polizei Köln:

Terminvereinbarung möglich unter 0221 2296161 oder per E‑Mail an sicher.mobil.koeln@polizei.nrw.de.

Fahrradtouren mit der Polizei Köln:

Sechs bis acht Kilometer lang, mit Sicherheitstrainings rund um Verkehrsregeln, Gefährdungen und Helme. Die Termine: Donnerstag, 26. März, und Donnerstag, 10. September. Kostenlos. Die Anmeldung erfolgt telefonisch unter 0221 2296060 oder per E‑Mail an sicher.mobil.koeln@polizei.nrw.de. Weitere Infos online unter koeln.polizei.nrw.

Über diesen Podcast

KölnerLeben ist ein Medium der Stadt Köln für die ältere Kölner Bevölkerung. Es informiert über wichtige soziale und kulturelle Themen. Hören Sie Beiträge, die Sie interessieren! Lesen Sie mehr im KölnerLeben Magazin, das alle 3 Monate zum 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezember erscheint und kostenfrei zum Mitnehmen in allen Kölner Bezirksrathäusern, Bibliotheken und vielen Apotheken ausliegt. Das Magazin und viel mehr online unter www.koelnerleben.koeln.

von und mit KölnerLeben. Die Podcasts werden produziert von Redaktion Köln-Kompakt des atz e.V., Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde; bis 2022: David Korsten

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